Seit dem 1. Juli 2026 gelangen Sendungen unter 150 € nicht mehr zollfrei in die EU. Pro Warenkategorie fällt ein pauschaler Zoll von 3 € an – und die ersten Monate zeigen, wie schnell sich der grenzüberschreitende Onlinehandel zu Lagerbeständen innerhalb der EU verlagert.
Bis Mitte 2026 durften Waren bis 150 € zollfrei direkt an Verbraucher in der EU versendet werden. Die EU-Finanzminister haben im Dezember 2025 beschlossen, diese Befreiung abzuschaffen. Seit dem 1. Juli 2026 wird auf diese Kleinsendungen ein pauschaler Zoll von 3 € erhoben – als Übergangslösung, bis das neue EU-Zolldatensystem eine vollständige tarifbasierte Abwicklung ermöglicht.
Der Zoll wird pro Warenkategorie – in der Praxis pro Zolltarifposition – berechnet, nicht pro Paket. Ein Paket mit drei verschiedenen Produktarten zahlt also dreimal 3 €. Bei günstigen Artikeln macht das schnell einen großen Teil des Warenwerts aus. Die Umsatzsteuer bleibt unverändert: Händler mit Import-One-Stop-Shop (IOSS) erheben die Umsatzsteuer weiterhin an der Kasse.
Zusätzliche Bearbeitungsgebühren für Kleinsendungen sind auf EU- und nationaler Ebene angekündigt. Höhe und Zeitpunkt sollten vor der Preisplanung für die kommenden Monate geprüft werden.
Branchenberichte aus dem Herbst 2026 deuten auf einen spürbaren Rückgang direkter Kleinsendungen aus Asien nach Europa im Juli hin, während große Plattformen ihre europäischen Lagernetzwerke ausbauen. Die Richtung ist eindeutig: Ware rückt näher an den Kunden.
| Direktversand von außerhalb der EU | Lagerbestand in Deutschland | |
|---|---|---|
| Zoll | 3 € pro Warenkategorie und Paket | Einmalige Verzollung beim Sammelimport |
| Lieferzeit | Oft 1–3 Wochen | In Deutschland meist 1–2 Tage |
| Retouren | Teuer, langsam, Zollerstattung aufwendig | Deutsche Rücksendeadresse, Wiedereinlagerung möglich |
| Marktplätze | Lange Lieferzeiten schaden dem Ranking | Schnelle, verlässliche Lieferversprechen |
Grexon betreibt ein 24.000 m² großes Logistikzentrum in Deutschland. Händler aus der Türkei, Asien und anderen Märkten lagern ihre Ware bei uns ein. Wir übernehmen Wareneingang, Lagerung, B2C- und B2B-Fulfillment, Versand in Deutschland und Europa sowie Retouren – Bestellungen erreichen EU-Kunden so als Inlandssendung.
Nein. Er betrifft Kleinsendungen, die von außerhalb der EU importiert werden. Ware, die per Sammelimport eingeführt und aus einem EU-Lager versendet wird, gilt als Versand innerhalb der EU.
Er wird pro Warenkategorie (Zolltarifposition) in einem Paket erhoben. Ein Paket mit mehreren Produktarten kann daher mehrfach belastet werden.
Nein. Die Umsatzsteuerregeln bleiben gleich, und das IOSS-Verfahren gilt weiterhin für berechtigte Importe.
Erzählen Sie uns von Ihren Produkten und Mengen – wir erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.